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So wird es auch für den Bauch ein frohes Fest

Was das Essen betrifft, ist Weihnachten für Reizdarmpatienten und ihre Familien kein Zuckerschlecken: Wenn überall kulinarische Verführungen lauern, ist das für die Betroffenen eine schwere Prüfung. Weihnachten ist auch ein Fest des Essens, das an den Feiertagen besonders lecker, ausgefallen und reichlich sein soll. Ein Fest, an dem etwas Außergewöhnliches auf den Tisch kommen soll: Spezialitäten, Exotisches, Rezepte mit der besonderen Note. Für Menschen mit Reizdarmsyndrom können die weihnachtlichen Schlemmertage zur Tortur werden. Wenn der Körper signalisiert: „Ich würde das so gerne essen, aber ich werde es nicht vertragen“ fällt es schwer, ‚Nein‘ zu sagen und zu verzichten. Die Entscheidung für oder gegen die verführerischen Angebote kann den Betroffenen niemand ersparen. Wer sich allerdings an bestimmte Regeln hält, kommt leichter damit zurecht. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hat einige Ratschläge zusammengestellt, die nicht nur Menschen mit diversen Verdauungsstörungen, sondern auch Gesunde vor den Folgen von ‚zu viel, zu fett und zu süß‘ schützen. Wer die einfachen Regeln beachtet, kann seiner Verdauung helfen, gut über die Feiertage zu kommen:

weihnachtsmenue
 

Sodbrennen – wenn der Magen sagt: „Das ist mir zu viel!“

In geselliger Runde hat man schnell einmal mehr gegessen, als man eigentlich wollte. Vielen bekommt das nicht gut: Völlegefühl, saures Aufstoßen oder Sodbrennen sind die Folge. Dazu kommt es dann, wenn der stark saure Mageninhalt in die Speiseröhre oder den Rachen zurückfließt und dort die empfindlichen Schleimhäute reizt. „Die Ursache hierfür liegt letztlich beim Schließmuskel am Mageneingang, der wie ein Ventil die Speiseröhre vom Magen trennt“, sagt der Hamburger Gastroenterologe Prof. Siegbert Faiss. Normalerweise verhindert der Schließmuskel, dass Säure aus dem Magen aufsteigt. Zum so genannten Reflux kann es aber dann kommen, wenn der Schließmuskel zu schwach und der Druck im Mageninneren zu groß ist. Die Kraft dieses Mageneingangsventils nimmt mit zunehmendem Alter langsam ab, kann aber auch durch äußere Einflüsse wie Alkohol, Nikotin oder fettreiche Speisen beeinträchtigt werden. Wer seinen Magen dann auch noch mit zu großen Portionen unter Druck setzt, läuft schnell Gefahr, den Schließmuskel zu überfordern. Auch bei stark übergewichtigen Menschen und bei Schwangeren ist der Druck im Bauchraum erhöht – und mit ihm das Refluxrisiko. Was bedeutet das für die festlichen Mahlzeiten? „Die naheliegendste, aber auch wichtigste Regel ist zunächst, keine allzu großen Portionen zu essen, sondern lieber über den Tag verteilt, kleinere, und diese gut zu kauen“, sagt Faiss. Beim Konsum von Alkohol und Nikotin ist grundsätzlich Zurückhaltung geboten, erst recht, wenn man zu Sodbrennen neigt. Bei vielen Betroffenen treten die Refluxbeschwerden hauptsächlich im Liegen auf, wenn auch die Schwerkraft dem Schließmuskel am Mageneingang nicht mehr bei der Arbeit hilft. „Es ist daher ratsam, nicht zu spät am Abend zu essen und im Bett ein zweites Kopfkissen unterzulegen oder das Bett hochzustellen“, so Faiss. Die leicht erhöhte Schlafposition verringert den Druck auf den Schließmuskel.

Verdauungsspaziergang – Bewegung entlastet

Maßnahmen, die die Entleerung des Magens beschleunigen, wirken Reflux und Völlegefühl entgegen. Bewegung entlastet: Der klassische Verdauungsspaziergang ist immer empfehlenswert. Bei anderen gern genutzten Verdauungshelfern hingegen ist kein Nutzen nachgewiesen: Das gilt etwa für den Verdauungsschnaps. Der Alkohol belastet den Magen zusätzlich, denn er hemmt die Magenmuskulatur und verlängert dadurch die Zeit, die der Speisebrei im Magen verbringt. Wenn überhaupt, so haben eher die in Kräuterschnäpsen enthaltenen ätherischen Öle der Kräuter positive Effekte auf die Verdauung, generell aber ist der Konsum hochprozentigen Alkohols nach dem Essen nicht empfehlenswert. Für Kaffee und Espresso gilt: Die Getränke regen bei manchen Menschen die Darmtätigkeit an und beschleunigen die Darmentleerung. Bei der Entleerung des Magens helfen sie aber nicht.

Gewürze und Pflanzliche Mittel können helfen

Oft reichen kleine Verhaltensanpassungen schon aus, um Verdauungsbeschwerden an den Festtagen zu vermeiden. Auf Medikamente wie Antazida oder Säureblocker, die zum Teil rezeptfrei in Apotheken erhältlich sind, sollten Betroffene nur im Ausnahmefall zurückgreifen, empfiehlt Prof. Christian Trautwein, Direktor der Klinik für Gastroenterologie und internistische Intensivmedizin der Uniklinik Aachen. Auf keinen Fall sollten diese Mittel ohne ärztlichen Rat über einen längeren Zeitraum – zwei Wochen und mehr – eingenommen werden. Sinnvoller als gleich die Pharmakeule zu schwingen ist es, sich der Möglichkeiten der Naturheilkunde zu besinnen. Zum einen wäre da an die vielen Gewürze zu denken – speziell auch solche mit weihnachtlicher Note – die unsere Verdauung unterstützen. Um nur einige Beispiele zu nennen: Kurcuma5, Kümmel4, Ingwer, Anis, Kardamon und Zimt. Zum anderen stellen Heilpflanzen und pflanzliche Arzneimittel 1 eine gut verträgliche Alternative zu chemisch-synthetischen Arzneimitteln dar. Mit ihren Bitterstoffen, Senfölen, Flavonoiden, Gerbstoffen, Schleimen und ätherischen Ölen2 haben sich z. B. Extrakte von Myrrhe, Weihrauch und Kamille als pflanzliches Trio erwiesen, das – z.B. in Kombination mit der Einnahme von Probiotika 3 – speziell Reizdarmbeschwerden wirksam bekämpfen kann. Auch bei Gesunden bringen sie oft dann sanfte Linderung, wenn es an Weihnachten des Guten ein bisschen zu viel war und Magen und Darm rebellieren.


Dr. Friedhelm Mühleib


Quelle:Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)

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