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Stuhltests – teuer und sinnlos

 
 

Immer wieder bieten Hersteller und Labore Untersuchungen von Stuhlproben zur Analyse der Darmflora an und leiten aus den Ergebnissen Diagnosen und Therapieempfehlungen ab – auch für Patienten mit Reizdarm. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) rät in einer aktuellen Pressemeldung davon ab, solche Stuhltests zu nutzen. Nach Ansicht der Experten der Fachgesellschaft sind solche Tests teuer uns sinnlos, weil ihnen derzeit noch jede wissenschaftliche Grundlage fehlt.

iStock / Demkat
 
 
 

Ergebnisse wenig aussagekräftig

Grundsätzlich haben Stuhltests in vielen Bereichen der Gastroenterologie ihren festen Platz: Etwa in der Darmkrebsvorsorge, wo mit dem IFOB-Test verstecktes Blut im Stuhl aufgespürt wird. „Eine Analyse des gesamten Spektrums der Mikroorganismen im Darm ist allerdings weitgehend sinnlos, da die Zusammensetzung der Bakterien im Darm und eventuelle Krankheitssymptome nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben“, sagt Professor Dr. med. Stefan Schreiber, vom Kieler Universitätsklinikum. „Die Mikrobiom-Forschung steht noch relativ am Anfang: Welche Korrelationen bestehen und wie sie sich im Einzelfall auswirken, ist derzeit noch nicht ausreichend bekannt. Darüber hinaus liefert die Analytik auch noch keine konsistenten Ergebnisse, die zwischen verschiedenen Laboren vergleichbar wären.“

 
 

Zuordnung zu Krankheiten nicht möglich

Die bakterielle Zusammensetzung der Darmflora kann individuell höchst unterschiedlich ausfallen und ist zudem ständig kurzzeitigen Schwankungen unterworfen, etwa durch die Einnahme von Medikamenten, durch bestimmte Nahrungsmittel oder auf Reisen. „Aus bakteriellen Verschiebungen, die sich in solchen Stuhltests möglicherweise zeigen, lässt sich deshalb noch lange kein krankhafter Zustand oder ein Zusammenhang mit einer chronischen Erkrankung herleiten“, so Schreiber. Dennoch würden aus den Ergebnissen von Darmflora-Stuhltests oft Ernährungsempfehlungen abgeleitet, die die Lebensqualität des Patienten einschränken und im schlimmsten Fall sogar zu einer Mangelernährung führen könnten. Die Kosten für solche Tests, die mitunter mehrere hunderte oder tausende Euro betragen, werden von den Krankenkassen regelmäßig nicht übernommen. Oft werden diese Tests im Internet, manchmal aber auch als sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) beim Arzt angeboten.

Ratgeber Reizdarm empfiehlt:

Vorsorgen ist besser als heilen. Insbesondere Menschen mit einer empfindlichen Verdauung, bei denen aber noch keine chronische Darmerkrankung festgestellt worden ist, sollten sich möglichst darmschonend ernähren und – zum Beispiel durch eine gute Versorgung mit Prä- und Probiotika – die Aufrechterhaltung einer gesunden Darmflora unterstützen.


Dr. Friedhelm Mühleib


Quelle: Pressestelle DGVS, Juliane Pfeiffer

Erstellungsdatum 22.05.2019

 
 
 

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