Reizdarm: Was man als Verstopfungstyp wissen sollte

 
 

Ein Reizdarmsyndrom kann sich hinter den verschiedensten Symptomen verstecken, die so unterschiedlich sind, dass man die Krankheit – je nach Art der Beschwerden – in vier Typen unterteilt: Durchfalltyp, Verstopfungstyp, Schmerztyp und Blähungstyp. Zu welchem Typ ein Betroffener gezählt wird, hängt im Wesentlichen von seinem ‚Leitsymptom‘ ab. Steht z.B. eine hartnäckige Verstopfung, die in der medizinischen Fachsprache als Obstipation bezeichnet wird, im Vordergrund, wird man den Patienten dem Verstopfungstyp zuordnen – was allerdings nicht ausschließt, dass zusätzlich weitere typische Reizdarmbeschwerden auftreten.

Reizdarm und Verstopfung
 
 
 

 
 

Verstopfung – ein dehnbarer Begriff

Dabei ist Verstopfung ein dehnbarer Begriff, bei dem auch das subjektive Empfinden eine Rolle spielt. Klar ist: Verstopfung ist ein ausgesprochen häufiges Leiden. Schätzungen zufolge leiden etwa 10 Prozent aller Europäer unter einer Einschränkung der Verdauung durch Verstopfung. Laut Statistik sind Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer. Darüber hinaus steigt das Risiko für Verstopfung mit zunehmendem Alter. Wer unter chronischer Obstipation leidet, hat gleichzeitig ein erhöhtes Risiko, an anderen Erkrankungen des Darms wie Hämorrhoiden oder Divertikulose zu erkranken.

 
 

Wann stellt ein Arzt die Diagnose Verstopfung?

Wann ist eine Verstopfung eigentlich eine Obstipation im medizinischen Sinne? Inzwischen gibt es wissenschaftliche Leitlinien, in denen genau definiert ist, wann ein Arzt die Diagnose chronische Verstopfung stellt. Das ist der Fall, wenn man mehr als drei Monate lang unter ‚unbefriedigenden Stuhlentleerungen‘ und zusätzlich unter zwei der folgenden Symptome leidet:

  • weniger als drei Stuhlgänge pro Woche
  • nichts geht ohne starkes Pressen
  • harter und / oder klumpiger Stuhl
  • das Gefühl, den Darm nur unvollständig entleeren zu können
  • das Gefühl, dass der Darm eingeengt, blockiert oder verschlossen ist
  • bei mindestens jedem vierten Toilettengang muss manuell nachgeholfen werden (z.B. mit der Hand oder dem Arm), um den Stuhlgang zu erleichtern

Ursachen im Lebensstil

Oft ist unser moderner Lebensstil Ursache für die Verstopfung – eine besondere Rolle kommt dabei den Faktoren Ernährung und Bewegung zu. So kann eine faser- und ballaststoffarme Ernährung (z.B. viel Weißbrot, Süßigkeiten) die Obstipation fördern. Auch wer sich zu wenig bewegt oder wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, erhöht das Risiko. Häufig fordert zudem das moderne Berufsleben seinen Tribut: Wird der Stuhlgang aus Zeitmangel, im Stress oder wegen beruflicher Anforderungen (Situation in Meetings, Präsentationen, Besprechungen etc.) unterdrückt bzw. der Toilettengang verzögert, fördert das ebenfalls die Verstopfung. Auch grundsätzliche Veränderungen der Lebensumstände (Umzug, Arbeitsplatzwechsel etc.) können zu einer teils lange andauernden Aktivierung der verschiedensten Systeme in unserem Körper führen. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Sympathikus-Aktivierung, die ebenfalls eine Verlangsamung der Verdauung mit Verstopfung zur Folge haben kann.

 
 
 

Organische Ursachen

Hinter einer hartnäckigen Verstopfung können natürlich auch viele organische Ursachen bzw. Krankheiten als Auslöser stecken. Man spricht dann von einer sekundären Obstipation. Die Liste ihrer möglichen Ursachen ist lang – angefangen von neurologischen Erkrankungen (Parkinson, Multiple Sklerose, Störungen des Darm-Nerven-Systems) über Demenz, Schilddrüsenunterfunktion und Diabetes bis hin zu psychischen Störungen (Depression, Anorexia nervosa) und Darmtumoren. Eine weitere Ursache kann eine Störung der Darmbeweglichkeit (Motilität) sein, bei der die Schrittmacherzellen (Cajal-Zellen) vermindert sind, die man mit den Zellen im Herzen vergleichen kann, die den Herzschlag vorgeben. Wenn diese Zellen im Darm fehlen, verringert sich die Darmbewegung und die Verdauung verlangsamt sich – Verstopfung ist die natürliche Folge. Grundsätzlich sollten all diese möglichen Ursachen medizinisch ausgeschlossen werden, bevor eine hartnäckige Verstopfung dem Reizdarmsyndrom zugeordnet wird.

Medikamente als Auslöser

Last not least ist zu bedenken, dass die Einnahme bestimmter Medikamente ebenfalls zu Verstopfung führen kann. Deshalb sollten Betroffene ihren Arzt beim Thema Verstopfung immer auch über Medikamente informieren, die über längere Zeit regelmäßig eingenommen werden. Auch hier ist die Liste der möglichen Übeltäter lang: Sie reicht von Blutdrucksenkern (Kalziumblocker, Diuretika) über Antidepressiva bis zu Präparaten gegen Allergien (Antihistaminika). Sogar Hustenmittel (Codeinhaltige Medikamente) und Nahrungsergänzungsmittel (z.B. eisenhaltige Präparate) können schuld an einer Verstopfung sein.

Dr. Friedhelm Mühleib

 
 
 

 
 

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