Bei Reizdarm auf Gluten verzichten?

 
 

Seit einigen Jahren gibt es Hinweise, dass zum einen Reizdarmsymptome bei einem Teil der Patienten durch Gluten oder Weizen ausgelöst werden konnen, ohne dass eine echte Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) besteht. Zum anderen berichten Reizdarmpatienten, die sich glutenfrei ernähren, immer wieder von einer Besserung der Symptome. Wie lässt sich eine solche „Glutensensitivitat“ bei Reizdarmpatienten nachweisen und welche Reizdarmpatientenprofitieren von einer glutenfreien Diat? Diesen Fragen geht eine neue Studie nach, die an der Berliner Charitè durchgeführt wurde. Fazit der Studie: Eine glutenfreie Diä stellt einevielversprechende Behandlungsmöglichkeit bei Reizdarmsyndrom dar.

glutenfreies essen
 
 
 

 
 

GFD: Wirkung bis heute umstritten

Da es nach wie vor keine wissenschaftlich gesicherte Methode gibt, um die Wirksamkeit einer glutenfreien Diät (GFD) bei Reizdarmpatienten zu überprüfen, orientiert man sich bisher an der „subjektiven, allgemeinen Beurteilung der Symptomverbesserung“. Dabei werden die Patienten wöchentlich nach der Veränderung ihrer Beschwerden im Vergleich zur Situation zu Behandlungsbeginn befragt. Dabei redet man derzeit von einem Therapieerfolg, wenn Patienten bei mindestens bei 50 Prozent der Befragungen im Laufe der üblicherweise viermonatigen Beobachtungszeit eine komplette oder deutliche Besserung ihrer Beschwerden angeben. Studien in einer Größenordnung, die Rückschlüsse auf den Anteil glutensensitiver Personen in der Gesamtheit der Reizdarmpatienten zulassen, gibt es derzeit allerdings nicht.

 
 

Ein Drittel der Reizdarmpatienten spricht auf GFD an

Das Team an der Berliner Charitè unter Leitung von Dr. Reiner Ullrich hat in seiner aktuellen Studie den Fokus noch deutlicher auf die „Besserung der Beschwerden“ gerichtet, um die Aussagekraft der Ergebnisse zu verbessern. Schüller: „Wir haben dieses Kriterium auf 75 Prozent verscharft, d.h. eine komplette oder deutliche Besserung fur mindestens 12 von 16 Wochen gefordert, um Glutensensitivitat zu diagnostizieren, da durch Gluten verursachte Beschwerden eigentlich verschwinden sollten, wenn die Patienten unter GFD kein Gluten mehr zu sich nehmen.“ In einem Artikel im Forum GLUTEN-FREE schreibt Schüller zu den Ergebnissen der Studie, die derzeit noch nicht veröffentlicht sind: „Vorläufig lässt sich bereits sagen, dass ungefähr ein Drittel aller untersuchten Patienten auf eine GFD anzusprechen scheint und somit als glutensensitiv zu bezeichnen wäre.“ Bei 35 % der getesteten Reizdarmpatienten verbesserten sich durch eine viermonatige GFD die Symptome deutlich. Patienten mit Reizdarm vom Diarrhoetyp und Patienten mit Reizdarm vom gemischten Typ reagierten dabei offenbar etwa gleich haufi g auf die GFD.

GFD ist einen Versuch wert

 
 

Eigentlich – so die Theorie – sollten bei Reidarmpatienten mit Glutensensitivität die Beschwerden nach längerer glutenfreier Diät vollständig verschwinden. Dagegen fanden die Charitè-Mediziner eine Gruppe von Patienten, deren Beschwerden unter GFD zwar nicht vollständig verschwanden, deren Beschwerden sich aber trotzdem so deutlich besserten, dass sie die GFD auch über den Zeitraum der Studie hinaus beibehielten. Insgesamt ernährten sich 55 % der Patienten auch über die Studie hinaus glutenfrei. Eine GFD – so das Resümee der Studie - stellt eine vielversprechende Behandlungsmöglichkeit bei IBS dar. Dr. Schüller: „Der hohe Anteil von Reizdarmpatienten mit langfristiger Verbesserung ihrer Reizdarmsymptome unter GFD unterstreicht, dass es durchaus sinnvoll sein kann, bei Reizdarmpatienten eine GFD zu versuchen.“

 

Dr. Friedhelm Mühleib

 
 

 
 

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