Flohsamen (I): So können Sie Reizdarmbeschwerden lindern

 
 

Flohsamen und Flohsamenschalen werden oft als Wundermittel gehandelt, wenn es um die Linderung von Darmbeschwerden geht. Tatsächlich könnte man die winzigen schwarzen oder grauen Körnchen mit etwas Phantasie für getrocknete Flöhe halten. Zur ihrer Gewinnung werden allerdings nicht etwa Flöhe gemolken. Sie stammen von richtigen Pflanzen: Es handelt sich um den Samen von Wegerich-Arten, die vor allem in Südeuropa, Nordafrika sowie in Vorder- und Westasien beheimatet sind. Geerntet und als Medikament verwendet werden die Samen selber und auch ihre Schalen. Tatsächlich berichten viele Reizdarmpatienten von einer Besserung der Beschwerden nach Einnahme von Flohsamen oder Flohsamenschalen.

Flohsamen
 
 
 

 
 

Kaum Kalorien – viele Ballaststoffe

Flohsamen und ihre Schalen schmecken nach gar nichts: Sie sind völlig geschmacksneutral und enthalten zudem kaum Kalorien (100 Gramm enthalten 25 kcal). Der Samenkörper des Flohsamens enthält geringe Mengen pflanzlicher Öle und Eiweiß. Die Schalen der Samen bestehen überwiegend aus kalorienfreien und unverdaulichen pflanzlichen Ballaststoffe und schleimbildende Substanzen. Die Schleimstoffe der Flohsamen sind entscheidend für die gesundheitliche Wirkung auf den Darm und kommen in einigen Wegerich-Arten in besonders hoher Konzentration vor. Indischen Flohsamen z.B. bestehen zu 20 bis 30 Prozent aus diesen Schleimstoffen. Bei europäischen Sorten sind es immerhin noch 10 bis 12 Prozent. Sie sind in der Lage, mehr als das 50fache ihres Gewichtes an Wasser zu binden. Dabei quellen sie stark auf und sondern eine schleimige, gelartige Masse ab, die für die reizlindernde Wirkung der Flohsamen auf den Darm verantwortlich ist. Der Schleim besteht vor allem aus langkettigen Zuckern (Polysaccharide) und ist in der Regel sehr gut verträglich.

 
 

Heilt mit der Kraft der Natur

Bei Flohsamen handelt es sich somit um ein rein pflanzliches Heilmittel,
das schon seit Menschengedenken zur Behandlung von Verdauungs- und Darmbeschwerden verwendet wird. Bereits vor mehr als 2000 Jahren war Flohsamen unter Heilkundigen bekannt und wurde vor allem in der indischen Heilkunst als Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden verwendet. Flohsamenschalen sind bis heute traditioneller Bestandteil des Ayurveda. Auch in Europa wurden sie schon im Altertum als Arzneimittel eingesetzt. Griechische Ärzte verordneten sie unter anderem gegen Geschwüre und Gicht. Im frühen Mittelalter empfahl Hildegard von Bingen den Flohsamen zur Entschlackung und Entgiftung des Körpers. In der Naturheilkunde galten Flohsamen schon immer als heilsam bei Entzündungen der Schleimhäute, und man verwendete sie äußerlich zur Linderung von Gichtschmerzen. Doch zurück in die Gegenwart und zum Reizdarm.

So wirken Flohsamen bei Reizdarm

Im Falle von entzündlichen Darmerkrankungen legt sich der abgesonderte Schleim wie eine Schutzschicht auf die Darmwand und schützt sie vor Reizungen, transportiert Schadstoffe ab und hilft ihr, sich zu regenerieren. Diese Eigenschaft dürfte auch für den lindernden Effekt bei vielen Reizdarmpatienten verantwortlich sein. Dabei kann Flohsamen sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung helfen:
● Im Fall von Durchfallerkrankungen, dem Reizdarmsyndrom vom Durchfalltyp (IBS-D) oder Durchfall als Symptom einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung binden die Flohsamen überschüssiges Wasser im Darm und dicken den Stuhl ein. Außerdem reguliert die Einnahme von Flohsamen oder deren Schalen die Entleerungszeit des Darms. Patienten, die das Naturprodukt regelmäßig einnahmen, berichteten von einer Reduktion der Zahl der Stuhlgänge pro Tag und damit verbunden von einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität.
● Bei Verstopfung helfen Flohsamen gleich doppelt. Nach der Einnahme mit ausreichend Flüssigkeit (1,5–2 Liter/Tag) helfen die aufgequollenen Samen, das Volumen im Darm zu erhöhen, ihn zu entspannen und somit schneller zu entleeren. Die abgesonderte gelartige Masse der Flohsamen und Flohsamenschalen wirkt außerdem wie ein Gleitmittel. Ein weiterer Vorteil ist, dass der schleimige Flohsamen-Schutzfilm über gereizten oder entzündeten Stellen im Darm den Transport des Stuhlgangs auch dort erleichtert, wo dadurch schmerzhafte Verengungen entstehen.

 

Flohsamen: Probiotische Wirkung?

Die abführende Wirkung unterstützt auch den Abtransport von Schadstoffen und reduziert somit die Kontaktzeit des Stuhls mit der Darmwand. Dies ist u. a. bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa ein großer Vorteil. Einzelne Studien berichten auch von einer probiotischen Wirkung von Flohsamen. In diesen Studien wurde gezeigt, dass sich eine gestörte Darmflora nach der Einnahme wieder erholen und dadurch erhalten werden kann. Insofern dürften Flohsamen und Flohsamenschalen eine sinnvolle Ergänzung sein zur Einnahme von klassischen Probiotika bei Reizdarm und anderen Beschwerden im Gastrointestinaltrakt.

Dr. Friedhelm Mühleib

 
 

 
 

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