Warum Kaffee und Rotwein gut für die Darmflora sind

 
 

Inzwischen gilt als bewiesen, dass eine intakte Darmflora ein wichtiger Faktor für unsere Gesundheit ist. Doch wovon hängt die ‚Gesundheit‘ unserer Darmflora ab? Wie es unserer Darmflora geht, wird ganz wesentlich von unserer Ernährung mitbestimmt – zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie unter Leitung von Prof. Cisca Wijmenga an der holländischen Universität von Groningen. Das Ergebnis in Kürze: Alles, was Du isst und trinkst, beeinflusst Deine Darmflora - und hat wahrscheinlich Auswirkung auf Deine Gesundheit.

Einflussa auf Mikrobiota
 
 
 

 
 

Bakterien mögen Joghurt und Buttermilch

Die Forscher nahmen Stuhlproben von mehr als 1100 Teilnehmern und untersuchten die darin enthaltenen Mikroorganismen im Rahmen von DNA-Analysen. Parallel dazu wurden die Teilnehmer nach ihrer Ernährung, Gesundheit und Einnahme von Medikamenten befragt. Schließlich wurden die Daten aus der Befragung mit den Ergebnissen der DNA-Analysen in Beziehung gesetzt, um Faktoren zu finden, die für die Vielfalt der Mikrobiota, so der wissenschaftliche Begriff für die Darmflora, von Bedeutung sind. „Offensichtlich sind das sehr viele Faktoren“ stellt die Studienleiterin Prof. Wijmenga fest. Wie die Mitautorin der Studie Dr. Alexandra Zhernakova betont, spielt die Zusammensetzung der persönlichen Ernährung dabei eine entscheidende Rolle. Bei Teilnehmern, die regelmäßig Sauermilchprodukte wie Yoghurt und Buttermilch verzehrten, fanden die Forscher in der Regel eine besonders große Vielfalt von Bakterienarten. Auch der regelmäßige Konsum von Kaffee und Rotwein war mit einem breiten Artenspektrum verbunden. Bei Personen, die viel Vollmilch oder insgesamt zu viele Kalorien zu sich nahmen war die Anzahl der verschiedenen Bakterienarten häufig vermindert.

 
 

Auch Medikamente haben Einfluss

Insgesamt fanden die Forscher allein im Essen und Trinken der Teilnehmer 60 Faktoren mit Einfluss auf die Vielfalt der Darmflora. „Was dies im Einzelnen bedeutet, ist derzeit noch schwer zu sagen“ fasst Dr. Zhernakova zusammen und ergänzt: „Fest steht allerdings, dass es eine klare Korrelation zwischen Vielfalt der Darmflora und Gesundheit gibt: eine größere Vielfalt ist besser!“ Über die Ernährung hinaus zeigten 19 der von den Forschern untersuchten pharmakologischen Substanzen eine Wirkung auf die Mikrobiota. Eine frühere Studie der Holländer hatte bereits ergeben, dass z.B. Antazida (Säureblocker zur Behandlung von Sodbrennen und ‚saurem Magen‘) die Vielfalt der Darmflora vermindern und auch, Antibiotika und das Diabetes-Medikament Methformin eine Auswirkung haben.

Fürs Mikrobiom kann jeder was tun

Zusammenfassend stellt Prof. Wijmenga fest: "Krankheiten sind meistens Resultat von mehreren Faktoren. Viele davon sind nicht beeinflussbar - z.B. die Gene oder das Alter. Die Vielfalt des Mikrobioms kann allerdings jeder verändern – durch eine Anpassung der Ernährung oder den Wechsel von Medikamenten. Wenn wir diese Prozesse genau verstehen, wird das neue Möglichkeiten eröffnen.“ Grundsätzlich sprechen die Ergebnisse der Studie – insbesondere die positive Wirkung von Sauermilchprodukten - für einen vorbeugenden Einsatz von Probiotika, auch beim Gesunden. Probiotika sind schließlich nichts anderes als lebende Bakterien, die in milchsauren Produkten wie Joghurt, Buttermilch und Kefir natürlich vorahnden sind. Joghurt z. B. enthält Milchsäurebakterien und wirkt damit probiotisch. Täglich zwei bis drei Becher Joghurt – am besten als fettarme Variante ohne Früchte oder andere Zusätze – führen dem Dickdarm ausreichend Bakterien zu. Mit Probiotika angereicherte Joghurts oder Trinkfläschchen sind grundsätzlich nicht nötig, zumal sie oft viel Zucker und Zusatzstoffe enthalten. Für alle, die keine Sauermilchprodukte mögen, gibt es die lebenden Mikroorganismen übrigens auch als Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform.

 

Dr. Friedhelm Mühleib

 
 

 
 

Link zum Originalartikel im Wissenschaftsmagazin Science

Pressemeldung von EurekAlert – The global Source for Science News

Artikel zur Studie in der Washington Post

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