Antibiotika – Gefahr für die Darmflora

 
 

Antibiotika retten Leben, haben aber auch ihre Schattenseiten. Es ist auf dem Beipackzettel jedes Antibiotikums zu lesen: Probleme mit Darm und Verdauung gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen bei der Verwendung von Antibiotika. Dass Antibiotika die Darmflora schädigen, ist also nichts Neues. Neu sind allerdings Erkenntnisse einer amerikanischen Studie, die gezeigt hat, wie groß das Ausmaß der Schäden ist.

antibiotika und darmflora
 
 
 

 
 

So fördern Antibiotika Krankheitserreger im Darm

Die Erkältungs- und Grippezeit ist immer auch Hochsaison für die Verschreibung von Antibiotika, die von vielen Ärzten leider immer noch viel zu schnell verschrieben werden. Dabei sollte man wissen: Im ungünstigsten Fall kann jede zweite Antibiotika Anwendung zu Darmbeschwerden führen, abhängig von der persönlichen Empfindlichkeit des Betroffenen und vom verordneten Antibiotikum. Wie kommt es dazu? Ein Antibiotikum kann nicht zwischen gefährlichen und nützlichen Bakterien unterscheiden. Infolge dessen tötet es auch nützliche Darmbakterien ab. Für Krankheitserreger, die Durchfälle auslösen, ist dies die große Chance, ihre Wirkung zu entfalten. Dazu gehören bestimmte Bakterien wie Clostridien oder Salmonellen, aber auch Candida-Pilze und sogar Viren. Sie führen dann bei den Betroffenen zu einer ‚Antibiotika assoziierten Diarrhoe‘ – so die medizinische Bezeichnung. Vorsicht ist vor allem bei Kindern bis zum dritten Lebensjahr geboten: Ihre Darmflora reagiert generell besonders empfindlich auf den Kontakt mit Antibiotika.

 
 

Durchfall oft schon nach einer einzigen Behandlung

Die Wissenschaftler der "University of Michigan Medical School" haben ihrer neuen Studie nachgewiesen, wie groß der Schaden für den Darm sein kann. In ihren Experimenten mit Mäusen fanden die Forscher nun heraus, dass nur eine einzige Behandlung mit Antibiotika ausreichen kann, um unsere Darmflora anfällig für einen gefährlichen Krankheitserreger zu machen: Clostridium difficile. Im gesunden Darm konkurrieren die Bakterien in der Darmflora miteinander, so dass sich keine Art ungehemmt ausbreiten kann und Krankheitserreger vom Rest der Bakterien ‚in Schach gehalten‘ werden. Genau deshalb ist Clostridium difficile normalerweise harmlos. Wird nun ein Antibiotikum eingenommen, kann das zur Vernichtung eines Teils der nützlichen Bakterien in der Darmflora führen. Erst damit erhält Clostridium difficile die Gelegenheit, sich explosionsartig zu vermehren und Giftstoffe zu produzieren. Schwere Durchfallerkrankung (Antibiotikaassoziierte Kolitis) mit schlimmstenfalls lebensbedrohlichen Komplikationen können die Folge sein.

Probiotika können schützen

Darüber hinaus machten die Wissenschaftler eine weitere spannende Entdeckung: Beim Gesunden scheidet die Leber primäre Gallensäure in den Darm aus. Dort verwandelt die sich in sekundäre Gallensäuren – und die verhindern unter anderem die Vermehrung von Clostridium dificile. Antibiotika können nun offensichtlich den Umbau der primären Gallensäuren in sekundäre behindern. So richten Antibiotika – vereinfacht ausgedrückt – doppelten Schaden an und ebnen Infektionen mit dem Clostridium zweifach den Weg.
Wenn bei schweren Erkrankungen der Einsatz von Antibiotika unumgänglich ist, kann die frühzeitige Verwendung von Probiotika helfen, das Auftreten von Durchfällen zu verhindern oder zumindest ihre Stärke zu verringern. Dabei bieten sie im Vergleich zu klassischen Durchfallmitteln verschiedene Vorteile. Herkömmliche Durchfallmittel hemmen die Darmmotilität. Bei Antibiotika-bedingten Durchfällen ist das kontraproduktiv, da hierdurch auch die Ausscheidung der krank machenden Bakterien und ihrer Toxine verlangsamt wird. Probiotika sollten auch nach dem Ende der Behandlung mit Antibiotika noch eingenommen werden. Sie helfen dann, die geschädigte Darmflora wieder aufzubauen.

Dr. Friedhelm Mühleib

 
 
 

 
 

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