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Reizdarmsyndrom – kann Akupunktur helfen?

Kann Akupunktur bei Reizdarmsyndrom helfen? Geht es um eine Antwort auf diese Frage, beziehen sich die Befürworter der Akupunktur in der Reizdarm-Therapie in der Regel auf zwei Studien eines Heidelberger Wissenschaftlerteams, deren Ergebnisse an Aktualität nichts eingebüßt haben, obwohl sie schon aus dem Jahr 2007 stammen. Das Team um Antonius Schneider in der Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikum Heidelberg kam dabei zu dem Ergebnis, dass Akupunktur bei Patienten mit einem Reizdarmsyndrom körperliche Funktionen messbar positiv verändert und vor allem das Schmerzempfinden der Betroffenen reduziert. Dabei führten die Wissenschaftler die ermittelten Effekte der Akupunktur vor allem auf eine Stärkung des Parasympathikus zurück, der auch als „Ruhenerv“ bezeichnet wird. Messungen im Speichel der Patienten ergaben, dass Akupunktur unter anderem den Spiegel des Stresshormons Kortisol sinken lässt, was wiederum zur Entspannung des vegetativen Nervensystems führt – unter anderem verbunden mit der Förderung der Verdauung.

Andrey Popov/fotolia.com
 
 
 

Wie TCM mit Akupunktur den Darm heilt

Für Verfechter der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dürften diese Ergebnisse nicht überraschend gewesen sein. Schließlich ist Akupunktur eine der wichtigsten therapeutischen Säulen der TCM und spielt dabei seit jeher auch in der Behandlung von Erkrankungen der Verdauungsorgane eine wichtige Rolle. Für die TCM stellen die Verdauungsorgane das „Zentrum in der Mitte“ dar, wo darüber entschieden wird, welche Stoffe, Eindrücke und Erfahrungen für uns gesundheitsfördernd sind und daher einverleibt werden und welche wieder „ausgeschieden“ werden, weil sie potenziell Schaden anrichten. Diese Mitte steuert die Kontaktaufnahme und Weiterverarbeitung aller körperfremden Stoffe und Einflüsse. Aus Sicht der TCM geht das weit über die Verarbeitung und Aufnahme von Nahrungsmitteln hinaus und betrifft auch alle seelisch und emotional auf uns einwirkenden Sinneseindrücke. Ist diese Mitte geschwächt oder gestört (Fehlernährung, mangelnde Bewegung, Dauerstress, emotionale Belastungen), kann sie ihre ‚Wächterfunktion‘ nicht mehr effektiv ausführen. 

Die verschiedensten Störungen sind die Folge. Nach Meinung der Bonner Fachärztin für Allgemeinmedizin und Spezialistin für Akupunktur und traditionelle chinesische Medizin (TCM) Dr. med. Valerie Arrowsmith war es deshalb zu erwarten, dass wissenschaftliche Studien einen positiven Effekt der Akupunktur bei Reizdarm-Patienten auf die Funktion des vegetativen Nervensystems zeigen. Dr. Arrowsmith betont, dass die TCM mit Methoden wie der Akupunktur auch in der Therapie von Magen-Darm-Beschwerden eine gute Ergänzung zu den Leitlinien der Schulmedizin sein könne: „Die Chinesische Medizin mit ihrer langen Tradition der Erfahrungslehre behandelt Verdauungsbeschwerden seit Jahrtausenden erfolgreich.“

 
 

Ein Versuch lohnt sich

Was bleibt als Fazit für RDS-Patienten? Akupunktur kann den Betroffenen helfen – für die Wirkung der Akupunktur gibt es jedoch keine Garantie. Die Zahl der Studien und Versuchspersonen ist viel zu gering, um zuverlässige Aussagen über mögliche Effekte zu machen. Zudem legen die bisherigen Studien und Versuche nahe, dass ein nicht unerheblicher Teil der dokumentierten Wirkung dem Placeboeffekt zu verdanken sein könnte. So stellten die Heidelberger Mediziner in einer ihrer placebokontrollierten Studien fest, dass sich bei den Patienten in beiden Behandlungsgruppen die Lebensqualität in gleichem Ausmaß verbesserte, ohne dass zwischen Placebo- und Versuchs-Gruppe ein wesentlicher Unterschied festgestellt werden konnte. Dem kann man mit Paracelsus entgegenhalten: 

Wer heilt, hilft. Die positive Wirkung der Akupunktur auf das vegetative Nervensystem – und damit auch auf das ‚Bauchhirn‘ –steht grundsätzlich außer Frage. Für leidgeprüfte RDS-Patienten, die häufig schon an vielen anderen Therapieversuchen gescheitert sind, ist die Akupunktur als prinzipiell nebenwirkungsfreie Methode auf jeden Fall einen Versuch wert, um Symptome zu lindern und Lebensqualität zu erhöhen.


Dr. Friedhelm Mühleib

 
 

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