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Probiotika – hilfreich bei Neurodermitis

Was die Wirkung des Mikrobioms auf die menschliche Gesundheit betrifft, steht die Wissenschaft immer noch am Anfang. Dabei geht der Einfluss der Darmflora über die Wirkung auf den Verdauungstrakt und gastrointestinal bedingte Erkrankungen wie z. B. das Reizdarmsyndrom weit hinaus. Derzeit stellt sich das Bild der Wissenschaft von den Zusammenhängen wie ein riesiges Mosaik dar, von dem erst wenige Puzzleteilchen bekannt sind – doch täglich kommen neue hinzu. So berichtet die Ärzte Zeitung ganz aktuell von den Ergebnissen einer spanischen Studie, in der der Einfluss eines speziell konzipierten Probiotikums auf Neurodermitis bei Kindern untersucht wurde – mit überraschend positiven Ergebnissen: Nach zwölf Wochen hatte sich bei fast allen Teilnehmern der Probiotika Gruppe (96 Prozent) der Schweregrad der Neurodermitis verbessert.

neurodermitis
 

Wirksame Kombination: Probiotika und Mittelmeerdiät

Schon seit längerer Zeit wird unter Wissenschaftler die Vermutung diskutiert, dass die regelmäßige Zufuhr von Probiotika den Ausbruch einer Neurodermitis bei Kindern verhindern kann. Bei der aktuellen Studie ging es nun um eine mögliche therapeutische Wirkung bei Kindern, die bereits an Neurodermitis leiden. In der zwölfwöchigen Studie erhielten 50 Kinder zwischen vier und 17 Jahren mit moderater Neurodermitis entweder täglich eine Tablette einer Probiotikakombination (Versuchsgruppe) oder ein Placebo aus Maltodextrin (Kontrollgruppe). Bei der Probiotikamischung handelte es sich um eine Kombination aus drei verschiedenen Bakterienstämme mit bekannten entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften – zwei Bifidobacterien-Stämme und ein Stamm von Lactobazillus casei. Die verwendeten Stämme hatten schon bei früheren Untersuchungen einen positiven Einfluss auf die Darmflora sowie Wirksamkeit gegen verschiedene Krankheitserreger im Darm gezeigt. Parallel zur Einnahme des Probiotikums standen den Kindern ein Kortisonpräparat, eine Feuchtigkeitscreme sowie ein orales Antihistaminikum zur Linderung ihrer Beschwerden Verfügung. Außerdem ernährten sich alle Teilnehmer über die gesamte Versuchsdauer hinweg mit qualitativ hochwertiger Mittelmeerkost.

Hautzustand der Kinder deutlich verbessert

Nach zwölf Wochen hatte sich bei 96 Prozent der Teilnehmer der Probiotikagruppe und bei 46 Prozent der Kontrollpersonen der SCORAD-Index verbessert ( SCORAD: Abkürzung für "Severity Scoring of Atopic Dermatitis" als internationaler Maßstab zur standardisierten Beurteilung des Hautzustandes und Ausprägungsgrades der Neurodermitis). In der Probiotikagruppe lag der Index für den Schweregrad insgesamt um 19,2 Punkte niedriger als in der Kontrollgruppe. Dies entsprach einer relativen Verbesserung um 83 Prozent unter Probiotika und um 24 Prozent unter Placebo. In der Probiotikagruppe mussten zudem Kortisonpräparte zur Eindämmung aufflammender Ekzeme deutlich seltener als in der Kontrollgruppe eingesetzt werden.

Hoffnung auf breiten Einsatz in der Therapie

Die guten Ergebnisse der Studie veranlassen die spanischen Forscher nun zu der Hoffnung, dass auf der Basis der verwendeten Probiotikamischung wirksame und nebenwirkungsfreie Präparate entwickelt werden können, um die Therapie einer moderaten Neurodermitis bei Kindern zu unterstützen und gleichzeitig den Einsatz von Kortikoiden zu reduzieren. Neben dem speziellen Aspekt der Verbindung zwischen Mikrobiom und Neurodermitis bei Kindern lässt die Studie ganz allgemein die Vermutung enger Zusammenhänge zwischen der Darmflora und einer gesunden Haut zu. Für Reizdarmpatienten, die zur Stabilisierung oder Wiederherstellung einer physiologischen Darmflora auf die regelmäßige Zufuhr von Probiotika setzen, kann dies eine zusätzliche Bestärkung sein.


Dr. Friedhelm Mühleib

 

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