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Leichte Vollkost für Reizdarmpatienten

Wer Probleme mit seinem Darm hat, macht sich fast zwangsläufig Gedanken um sein Essen. Was kann ich, was soll ich, was darf ich noch essen? Mit solchen und ähnlichen Fragen sind auch viele Reizdarmpatienten beständig beschäftigt. Dabei führt die Angst vor Beschwerden nicht selten zu den schlimmsten Befürchtungen und in Verbindung damit gerade bei der Ernährung zu teilweise gefährlichen Übertreibungen. Betroffene meiden Gluten, Lactose, Fructose, Zucker und anderen Inhaltsstoffe der Nahrung, obwohl ein Reizdarm nur selten mit solchen konkreten Unverträglichkeiten verbunden ist – gar nicht zu reden von diversen Extremdiäten aus obskuren Internet-Quellen, von denen man sich Hilfe verspricht. Dabei gibt es eine klare Empfehlung, an der sich Betroffene bei Reizdarm (..oder Verdacht darauf) orientieren können: Die leichte Vollkost.

Photo by Daria Shevtsova from Pexels
 

 
 

Erlaubt ist, was vertragen wird

Erlaubt ist, was vertragen wird. So könnte die Grundregel für eine Basisdiät bei Reizdarmsyndrom lauten. Für Betroffene mit gastrointestinalen Erkrankungen wie Gastritis, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Reizdarmsyndrom ist das wichtigste Ziel die Entlastung der Verdauungsorgane und -prozesse. Mit der leichten Vollkost sollen Symptome gelindert und das Wohlbefinden der Patienten gesteigert werden. Dabei sollten Lebensmittel nur dann gemieden werden, wenn ihr Verzehr regelmäßig Beschwerden hervorruft und der Verzicht zu einer Besserung der Symptome führt. So soll eine individuell auf die Symptome abgestimmte Ernährung dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern.


 
 

Sieben Prinzipien der Vollwertkost

Ganz aktuell hat die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) die Prinzipien der leichten bzw. „angepassten Vollkost“ auf ihrer Homepage anschaulich zusammengefasst. Dort finden Interessierte einen Überblick über die Empfehlungen zur Zufuhr von Energie, Hauptnährstoffen, Flüssigkeit sowie Mikronährstoffen. Außerdem werden die wichtigsten praktischen Empfehlungen zur Zufuhr an Lebensmitteln im Rahmen der leichten Vollkost aufgeführt:

  • Möglichst schonend gegarte (wenig Rohkost) und weiche Lebensmittel verwenden. Feste Lebensmittel entsprechend gut kauen
  • Den Anteil von Fett in der Kost reduzieren
  • Mehrere, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen; regelmäßig und weder zu heiß noch zu kalt essen
  • Bevorzugt mit frischen Kräutern würzen, Pfeffer oder Salz reduzieren
  • Auf gute Eiweißkombinationen mit hoher biologischer Wertigkeit achten
  • Ballaststoffanteil in der Nahrung auf die persönliche Verträglichkeit abstimmen
  • Kein Alkohol; wenig Zucker; Kaffee nur bei guter Verträglichkeit

 
 

Individuelle Verträglichkeit ermitteln

Welche Lebensmittel und Speisen schwer oder leicht bekömmlich sind, kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein und hängt von vielen Faktoren ab. Neben Art und Zubereitung der Lebensmittel spielen auch Essgewohnheiten eine Rolle. So kann eine im Allgemeinen verträgliche Mahlzeit Magen-Darm- Beschwerden verursachen, wenn sie zu schnell verzehrt wird. Häufig führen üppige Mahlzeiten am späten Abend zu Problemen. Auch psychische Faktoren wie Stress und Emotionen können die Verträglichkeit beeinflussen. Um zu ermitteln, welche Lebensmittel und Speisen Beschwerden verursachen, kann das Anlegen eines Ernährungs- und Symptomprotokolls helfen. Über mehrere Tage werden darin alle verzehrten Lebensmittel und Speisen sowie eventuell auftretende Beschwerden notiert. Dadurch werden mögliche Zusammenhänge sichtbar, anhand derer sich eine persönliche Liste von verträglichen und unverträglichen Lebensmitteln bzw. Speisen erstellen lässt.

Verzicht sollte Beschwerden lindern

Lebensmittel aus bloßem Verdacht vom Speiseplan zu streichen, schränkt die Lebensmittelauswahl unnötig ein und kann eine Fehl- und Mangelernährung begünstigen. Es ist daher ratsam, die individuelle Verträglichkeit bzw. Unverträglichkeit von Lebensmitteln zusammen mit einer Ernährungsfachkraft zu ermitteln. Mit ihrer Hilfe kann ein ausgewogener Speisenplan nach den individuellen Vorlieben zusam-mengestellt werden. Wie man eine Ernährungsfachkraft findet, lesen Sie im Ratgeber Reizdarm im Beitrag „Ernährungsberatung – erste Hilfe bei Reizdarm“ 


Dr. Friedhelm Mühleib


Erstelldatum 29.01.2020

 

 
 
Übrigens: Wer im Internet stöbert, wird künftig häufig dem Begriff angepasste Vollkost begegnen. Dabei ist die ‚angepasste‘ Vollkost mit der leichten Vollkost im Grunde identisch. Ernährungstherapeuten haben sich darauf geeinigt, den Begriff ‚leichte Vollkost‘ durch die Bezeichnung ‚angepasste Vollkost‘ zu ersetzen. Mit dem geänderten Namen soll deutlicher werden, dass die Anpassung der Kost an die individuell oft unterschiedliche Verträglichkeit von Lebensmitteln im Mittelpunkt dieser Ernährungsform steht.

 
 

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