Dr. Mühleib:
Wer sich mit der Auswahl eines probiotischen Präparates auf „sicherem Terrain“ bewegen will, sollte sich an die Aussagen der entsprechenden Leitlinien halten (siehe Einleitung). Laut Leitlinie Obstipation sind bei funktioneller chronischer Obstipation die Wirkung von Bifidobacterium animalis ssp. Lactis DN-173010, Lactobacillus casei Shirota und Escherichia coli Stamm Nissle 1917 durch randomisiert kontrollierte Studien belegt und wirksam. Die Leitlinie Reizdarm stellt fest, dass Bifidobacterium infantis 35624, Bifidobacterium animalis ssp. Lactis DN-173010, die Lactobacillen der Stämme Shirota, plantarum und rhamnosus GG sowie Escherichia coli Nissle 1917 in der Mehrzahl der vorliegenden randomisiert kontrollierten Studien wirksam sind. Dabei weist die Leitlinie aber auch ganz klar auf Defizite des aktuellen Wissensstandes hin. So wird dort betont, dass es über die in der Leitlinie als wirksam bezeichneten Bakterien hinaus durchaus auch andere Stämme geben kann, für deren Wirksamkeit es derzeit mangels entsprechender Studien einfach noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege gibt. Da es in der Therapie des Reizdarms noch immer keinen gesicherten ‚Goldstandard‘ gibt, ist die Einnahme eines Probiotikums als weitgehend nebenwirkungsfreie, im Zweifelsfall aber vielversprechende Option immer einen Versuch wert, der im Grunde nicht schaden, bestenfalls aber Symptome deutlich reduzieren kann.
Dr. Mühleib:
Auf Grund dieser noch recht diffusen Gemengelage ist es für Betroffene ausgesprochen schwierig, das ‚richtige‘ Produkt zu finden. Zum einen empfiehlt es sich, die Liste der Bakterien des jeweiligen Präparates mit den in den Leitlinien empfohlenen Stämmen abzugleichen. Zum anderen sollte man die Verwendung mit seinem Therapeuten oder Apotheker besprechen, wobei einschränkend festzustellen ist, dass auch für sie die Beurteilung auf Grund der schwachen Datenlage in der Regel sehr schwer ist. Betroffene sollten vor allem auf die großen Unterschiede hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit von probiotischen Bakterienstämmen achten. Es ist ganz und gar nicht egal, welches Probiotikum man einnimmt – und verschiedene Produkte bzw. probiotische Lebensmittel mit verschiedenen Kulturen können bei verschiedenen Menschen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen führen. Letztlich sind es die qualitativen und quantitativen Eigenschaften, die über die gesundheitlichen Effekte entscheiden.
Dr. Mühleib:
Die fünf wichtigsten Kriterien für die Qualität eines Probiotikums sind: Eine ausreichend hohe Anzahl probiotischer Kulturen, das Überleben der Magen-Darm-Passage, der wissenschaftliche Nachweis der gesundheitlichen Effekte sowie die Spezifität der Besonderheit der jeweiligen Bakterienkultur. Wer diesbezüglich ganz sicher gehen will, findet auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Mukosale Immunologie und Mikrobiom (DGMIM) eine detaillierte Auflistung dieser Anforderungen. Im Zweifelsfall sollten sich Betroffene mit dem jeweiligen Hersteller in Verbindung setzen und die aus der DGMIM-Liste resultierenden Fragen dort klären.
Hier geht es zum ersten Teil des Interviews im Ratgeber Reizdarm, in dem es um die Darmflora und ihren Einfluss auf das Reizdarmsyndrom ging.
Das Original des gesamten Interviews ist erschienen auf Mein Allergie Portal. Dort finden Interessierte im Rahmen der Allergie Informationen viele weitere nützliche Information rund Reizdarm, Darmflora, Ernährung und Prä- bzw. Probiotika.
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