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Reizdarm – kann Glutamin helfen?

 
 

Schon mal was von Glutamin gehört? Glutamin ist eine der 20 Aminosäuren, die der Mensch zur Bildung von körpereigenem Eiweiß braucht. Obwohl unser Stoffwechsel Glutamin selbst herstellen kann, kann es zu Mangelzuständen kommen. Ein solcher Mangel an Glutamin könnte nach den Ergebnissen einer amerikanischen Studie Auslöser des Reizdarmsyndroms vom Diarrhö-Typ (RDS-D) sein. In ihrer Untersuchung verabreichten die US-amerikanischen Forscher 54 Patienten mit RDS-D über acht Wochen zusätzlich zur üblichen Nahrung täglich 15 Gramm Glutaminpulver als Nahrungsergänzung – mit verblüffendem Ergebnis. In der Zusammenfassung der Studie in GUT, der Zeitschrift der britischen Gesellschaft für Gastroenterologie, heißt es: B“ei den Patienten mit RDS-D führte die Supplementierung mit oral verabreichtem Glutamin zu einer dramatischen und dabei sicheren Verbesserung aller RDS-D bezogenen Parameter.“ Nach Ansicht der Autoren spricht dieses Ergebnis stark dafür, „dass Glutamin bei der Behandlung des RDS-D nützlich sein könnte.“

glutamin
 
 
 

Vielversprechende Ergebnisse

Berücksichtigt man das, was die Wissenschaft bisher schon über die Funktion des Glutamin in den Zellen unserer Darmschleimhaut weiß, ist das Ergebnis der Amerikaner eigentlich gar nicht so überraschend: Neben der Aufnahme von Nährstoffen gehört die Abwehr von Schadstoffen und Krankheitskeimen zu den wichtigsten Aufgaben des Darmepithels. Glutamin spielt hierbei eine wichtige Rolle, da es die Barrierefunktion der Darmschleimhaut verstärkt. Auch für das kontinuierliche Nachwachsen der schnell teilenden Zellen des Darmepithels ist die ausreichende Versorgung mit Glutamin eine wichtige Voraussetzung. Glutamin ist die wichtigste Energiequelle für die Teilung von Epithelzellen im Magen- Darmbereich. Wie groß die Bedeutung von Glutamin für das Darmepithel ist, wird an der Tatsache deutlich, dass 40 % des gesamten Glutamins, das in den menschlichen Stoffwechsel gelangt, im Darm verbraucht werden. Oft sind Infektionen oder Verletzungen im Gastrointestinalbereich Auslöser für einen Glutaminmangel in den Zellen der Darmschleimhaut. Klingt eine solche Infektion ab, bleibt der Glutaminmangel zunächst häufig bestehen. Interessant dabei ist, dass ein Diarrhö-dominantes Reizdarmsyndrom (RDS-D) häufig erstmals nach einer Darminfektion auftritt, wobei in der Regel eine erhöhte Durchlässigkeit des Darmepithels festgestellt werden kann. Es wird vermutet, dass durch die erleichterte Passage von Bakterien und toxischen Substanzen das Immunsystem in der Darmmukosa aktiviert wird, wodurch wiederum Reizdarmsymptome wie Schmerzen und Diarrhö entstehen. Vieles spricht dafür, dass die erhöhte Durchlässigkeit mit dem Mangel an Glutamin zusammenhängt.

 
 

Glutamin kann die Darmschleimhaut reparieren

Die gute Nachricht dabei ist übrigens: Bei zu niedrigem Glutamin-Spiegel in den Zellen kann durch eine erhöhte Zufuhr von Glutamin über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel die Barrierefunktion der Schleimhaut wiederhergestellt werden. Es ist zu vermuten, dass die Ergebnisse der amerikanischen Forscher auf genau diese Prozesse zurückzuführen sind. Entsprechend scheint die Hoffnung der Studienautoren der Universität New Orleans, dass Glutamin bei der Behandlung des IBS-D nützlich sein könnte, durchaus berechtigt. Sie halten nun größere Studien für geboten, um Dosierung, Dauerhaftigkeit der Wirkung, Langzeitsicherheit und Wirksamkeit bei anderen IBS-Typen zu untersuchen. Dabei gilt die Verwendung von Glutamin als ausgesprochen sicher. Gesunde Erwachsene vertragen Dosierungen von 20–30 Gramm täglich – z.B. durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln – ohne Nebenwirkungen. Bei Dosierungen in dieser Größenordnung sind für das Glutamin auch keine Kontraindikationen bekannt. Sogar Tagesdosierungen von bis zu 1 Gramm/Kilo Körpergewicht gelten als unproblematisch. Da eine intakte Darmschleimhaut auch Voraussetzung für eine stabile Darmflora ist, könnte eine gute Glutaminversorgung der Zellen auch für die Wirkung von Probiotika wichtig sein.

Wieviel Glutamin braucht der Mensch?

Mit dem Glutamin, das der menschliche Stoffwechsel selbst herstellen kann, wird der Grundbedarf von gesunden Menschen normalerweise gedeckt. Das Glutamin wird dabei hauptsächlich in der menschlichen Muskulatur produziert. Hinzu kommt die reichliche Zufuhr durch eine ausgewogene Ernährung. Eiweißreiche pflanzliche und tierische Lebensmittel sind gute Glutamin-Quellen. Sojabohnen und -produkte, Weizen und Haferflocken, Hülsenfrüchte, Fleisch und Fleischprodukte, Seefisch, Milch und Milchprodukte gehören zu den guten Glutamin-Lieferanten. Faktoren, die den Bedarf – z. T. auch drastisch – erhöhen und Ursache für eine schlechte Versorgung sein gehören z. B. chronische Infektionen, Immunschwäche / Autoimmunerkrankungen und entzündliche Erkrankungen im Magen-Darm Bereich (Geschwüre, Gastritis, Colitis ulcerosa). Auch während einer Chemotherapie kann der Bedarf stark erhöht sein. Auch bei Leistungssportlern ist der Bedarf stark erhöht, was der Grund für die große Beliebtheit des Glutamins als Nahrungsergänzungsmittel bei Sportlern ist. Wer mit dem Gedanken spielt, auf Grund eines oder mehrerer der genannten Faktoren Glutamin als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, sollte sich vorher in jedem Fall ärztlichen Rat einholen und sich darüber hinaus unbedingt an die Dosierungsempfehlungen der Hersteller halten.

 
 
 

Glutamin-Glutaminsäure-Glutamat:
Achtung, Verwechslungsgefahr!

Glutamin ist in seiner chemischen Struktur eng mit einer anderen nicht essentiellen Aminosäure verwandt - der Glutaminsäure. Beide Aminosäuren können im Körper wechselweise leicht ineinander übergehen. Die Umwandlung von Glutaminsäure zu Glutamin ist für einen der wichtigsten Entgiftungsprozesse in unserem Körper entscheidend: für den Abbau und die Ausscheidung von Stickstoff. Die Salze der Glutaminsäure sind die Glutamate, die vor allem durch ihren Einsatz als Geschmacksverstärker in Lebensmitteln bekannt geworden sind. Am häufigsten wird dabei das Natriumsalz (E 621) der Glutaminsäure verwendet. Glutamat wird vor allem in der asiatischen Küche als Geschmacksverstärker eingesetzt und steht im Verdacht, Auslöser für das sogenannte „China-Restaurant-Syndrom“ mit Kopfschmerzen, allergische Reaktionen und andere Symptome zu sein. Bei vorhandenen Verdachtsmomenten gegen Glutamat sollte man so weit wie möglich auf diesen Geschmacksverstärker verzichten. (Tipp: Viele China-Restaurants bereiten ihre Speisen auf Wunsch auch ohne Glutamat zu.)


Dr. Friedhelm Mühleib

 
 

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