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Pflegen Sie Ihre Darmschleimhaut

 
 

Inzwischen weiß jedes Kind, wie wichtig es ist, seine sichtbare Körperhaut zu pflegen und gesund zu erhalten. Dass es genauso wichtig ist, die unsichtbaren Schleimhäute in unserem Körper zu pflegen und zu schonen, ist leider den Wenigsten bewusst. Für Reizdarmpatienten zum Beispiel ist eine intakte und gesunde Darmschleimhaut von besonderer Bedeutung. Sie ist mit ihrer enorm großen Oberfläche von mehr als 400 m² die größte Schleimhaut in unserem Körper, deren Hauptaufgabe es ist, unseren Stoffwechsel mit Nährstoffen zu versorgen. Eine chronisch gereizte, leicht entzündete Darmentzündung scheint in enger Beziehung zum Reizdarmsyndrom (RDS) zu stehen. Untersuchungen der Darmschleimhaut von Patienten mit RDS haben gezeigt, dass bei ihnen die Durchlässigkeit des Darmes häufig deutlich erhöht ist. Derartige Störungen der Darmbarriere sind in der Regel Folge entzündlicher Prozesse in der Darmschleimhaut. Bei Patienten, die an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn leiden, liegt grundsätzlich immer eine schwere chronische Entzündung der Darmschleimhaut vor. Dass beim RDS als Erkrankung mit ähnlichen, allerdings wesentlich schwächeren Symptomen eine Reizung bzw. leichte akute Entzündung der Darmschleimhaut vorliegen kann, erscheint in diesem Zusammenhang sehr plausibel.

Maksymiv Iurii / Adobe Stock
 
 
 

Wie funktioniert die gesunde Darmschleimhaut?

Eine intakte Darmschleimhaut (medizinischer Fachbegriff: intestinale Mukosa) ist die Basis des körpereigenen Immunsystems und eine der wichtigsten Schutzbarrieren in unserem Körper, was auch eine Erklärung dafür ist, dass sich 80% der Immunzellen eines Menschen im Darm befinden. Dabei sind die wichtigsten Aufgaben der Darmschleimhaut zum einen die sichere Aufnahme von Nahrungsbestandteilen und Wasser und zum anderen der Schutz vor krankheitserregenden Bakterien und Pilzen sowie vor Schadstoffen aus der Nahrung. Im Grunde ist sie ein ‚Grenzwall‘, der das Körperinnere von der Außenwelt trennt. Sie besteht im Wesentlichen aus einer einreihigen, von Schleim überzogenen Zellschicht, die die ‚Spreu vom Weizen‘ trennt. Die Mukosa selektiert, was in unseren Körper bzw. in den Stoffwechsel hineindarf und was draußen bleiben muss. Die Darmschleimhaut ist zudem Nährboden und Lebensraum der Darmflora – was auch zur Folge hat, dass eine gesunde Darmschleimhaut die Voraussetzung für eine gesunde Darmflora ist.

 
 

Was der Schleimhaut schadet

Menschen mit RDS sollten deshalb die Faktoren kennen, die die Gesundheit der Schleimhaut aus dem Gleichgewicht bringen können – hier die Wichtigsten:

●Dauerstress schwächt das Immunsystem und kann die Entstehung von Entzündungen u. a. auch in der Darmschleimhaut fördern. 

● Medikamente, insbesondere Antibiotika, greifen nicht nur Krankheitserreger, sondern auch gesunde Bakterien und Schleimschicht der Mukosa an. 

● Dauerhaft ungesunde Ernährung kann ebenfalls ein Auslöser für Entzündungsprozesse sein. Die Umstellung der persönlichen Ernährung kann eine zentrale Rolle für die Erhaltung oder Wiederherstellung einer gesunden Darmschleimhaut spielen. 

Grundsätzlich gilt dabei speziell für Betroffene mit RDS: Genussmittel wie Kaffee und Alkohol immer in Maßen genießen – genauso wie frittierte, gebratene und geräucherte Speisen. Speisen mit zu viel Zucker und zu vielen tierischen Fetten sollte man meiden. Salz möglichst sparsam verwenden und bei Chili und Paprika Vorsicht walten lassen – scharfe Gewürze können die Darmschleimhaut reizen.

So regeneriert sich die Darmschleimhaut

Unsere Darmschleimhaut erneuert sich ständig – im Rhythmus von drei bis fünf Tagen werden die Zellen der Mukosa vollständig erneuert. Dieser dynamische Erneuerungsprozess dient unter anderem der schnellen Reparatur eventueller Schäden, die durch die Passage des Speisebreis entstehen. Die Schleimhaut hat dadurch nicht nur die Chance, winzige Verletzungen sofort zu reparieren. Auch von entzündlichen Prozessen kann sie sich schnell erholen. Der ganze Prozess der Erneuerung stellt übrigens eine große Leistung unseres Stoffwechsels dar, der das Material für die permanente ‚Bautätigkeit‘ an der Darmschleimhaut lebenslang kontinuierlich herbeischaffen muss. Ist die Schleimhaut gereizt, können folgende Maßnahmen helfen:

● Viel trinken – z.B. Fenchel-Kamillen- oder Ingwertee, gesüßt mit Traubenzucker.

● Kurzzeitfasten oder nur wenig leicht Verdauliches wie Zwieback, Haferbrei oder Kartoffelpüree essen.

● Als altes Hausmittel empfiehlt sich auch gekochter Leinsamenschleim.

 
 
 

Was unserer Darmschleimhaut gut tut

Ist eine Reizung abgeklungen, sollte man die Darmschleimhaut mit einer vollwertigen, pflanzlich betonten Ernährung stärken. Eine gesunde, vitamin- und mineralstoffreiche Kost ist die vielleicht wichtigste Voraussetzung dafür, dass die Mukosa gesund bleibt und der Erneuerungsprozess dauerhaft reibungslos funktioniert. Dabei sollten Reizdarmpatienten auf folgende Aspekte besonders achten:

● Für die Erneuerung der Schleimhaut werden insbesondere Mikronährstoffe gebraucht, die Regenerationsprozesse unterstützen. Dazu zählen zum Beispiel Zink, Vitamin A, Vitamin B2 und B12, Biotin und Niacin. Wer viel Frischkost mit leicht verdaulichen Gemüsen (z.B. Möhren, Erbsen, Chicorée, Blumenkohl, Zucchini, Artischocken), ausreichend vollwertige Getreideprodukte und – soweit es vertragen wird – möglichst viel frisches Obst sowie Milch und Milchprodukte zu sich nimmt, ist mit diesen Nährstoffen in der Regel bestens versorgt.

● Eine wichtige Rolle für die Gesundheit von Darmschleimhaut und Darmflora spielen Prä- und Probiotika. Präbiotika sind lösliche Ballaststoffe, die in vielen pflanzlichen Lebensmittel enthalten sind. Sie werden von nützlichen Darmbakterien zu gesunden kurzkettigen Fettsäuren abgebaut, die unserer Darmschleimhaut als Energiequelle dienen und zusätzlich entzündungshemmend wirken. Als Probiotika werden Lebensmittel bzw. Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet, die Mikroorganismen (z. B. Lactobazillen und Bifidobakterien) mit positiven gesundheitlichen Wirkungen auf den menschlichen Darm enthalten. Sie sind besonders reichlich in vielen Milchprodukten wie Naturjoghurt, Kefir, Quark oder Buttermilch enthalten.


Dr. Friedhelm Mühleib


Erstellungsdatum 30.07.2019

 
 

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