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Familie und Gene bestimmen Ihr Darmkrebsrisiko

Sie leiden an Reizdarm und machen sich Sorgen, dass irgendwann einmal Darmkrebs daraus werden könnte? Die gute Nachricht: Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft ist das Risiko von Reizdarmpatienten, an Darmkrebs nicht höher als das des Durchschnittsbürgers ohne Reizdarm. Das ist allerdings keine Entwarnung, da das Darmkrebsrisiko insgesamt – ganz gleich ob mit oder ohne Reizdarm – relativ hoch ist. Bei der Einschätzung des persönlichen Risikos für eine Darmkrebserkrankung gibt es zwei entscheidende Faktoren: Zum einen handelt es sich um das familiäre Risiko: Sind direkte Angehörige von Darmkrebs betroffen, signalisiert dies ein erhöhtes Risiko, selbst auch an einem bösartigen Darmtumor zu erkranken. Hauptfaktor Nummer zwei sind winzige Veränderungen im Erbgut, die als genetische Risikomarker bezeichnet werden. Wer mehrere dieser genetischen Risikomarker im Erbgut trägt, ist ebenfalls besonders gefährdet. Beide Faktoren werden bisher in der Regel nicht gemeinsam, sondern alternativ zur Risikovorhersage herangezogen. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum zeigten nun, dass die Kombination aus Familiengeschichte und der Analyse der genetischen Marker dabei hilft, das persönliche Darmkrebsrisiko präziser zu ermitteln.

darmkrebs
 

Wie sind die Risiken verteilt?

Hermann Brenner, Experte für Darmkrebs-Prävention am Deutschen Krebsforschungszentrum, hat in einer aktuellen Studie mit 4500 Teilnehmern untersucht, welche Bedeutung den beiden Faktoren im Hinblick auf die Entstehung von Darmkrebs zukommt:

  • Teilnehmer mit Darmkrebsfällen unter Verwandten ersten Grades hatten ein etwa doppelt so hohes Erkrankungsrisiko wie Menschen ohne Darmkrebs-Familiengeschichte
  • Die Gruppe der Teilnehmer, die die meisten genetischen Risikomarker in ihrem Erbgut trägt, hatte ein dreimal höheres Erkrankungsrisiko als die Studienteilnehmer mit der geringsten Anzahl an Risikovarianten.
  • Bei Teilnehmern mit positiver Familiengeschichte, die zugleich zahlreiche genetische Risikomarker tragen, multiplizierte sich das Risiko: Sie erkranken sechsmal häufiger als Menschen ohne Darmkrebs-Familiengeschichte, in deren Erbgut sich nur wenige Risikomarker finden.
  • Zwischen der Zahl der genetischen Risikovarianten und der Familiengeschichte fand sich kein signifikanter Zusammenhang.

Zusammenfassend stellt Brenner fest: „Es wird häufig vermutet, dass die familiäre Häufung von Darmkrebs in erster Linie genetisch bedingt ist. Für die Mehrzahl der Darmkrebserkrankungen ist dies aber nicht der Fall.“ Das könnte seiner Meinung nach daran liegen, dass Krebsfälle in der Familie vor allem auf gemeinsame nicht-genetische Faktoren wie etwa Rauchen oder eine körperlich inaktive Lebensweise zurückzuführen sind. Gleichzeitig steigert eine hohe Anzahl an genetischen Risikomarkern die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken – wobei es unerheblich ist, ob Darmkrebs in der Familiengeschichte vorkommt oder nicht.

Potenzial zur Verbesserung der Risikovorhersage

Die Wissenschaftler kommen auf Basis der Studienergebnisse zu der Empfehlung, dass künftig familiäre und genetische Faktoren zur Krebsprognose parallel genutzt werden sollten: „Das Ergebnis zeigt uns eindeutig, dass die Kombination beider Faktoren das Potenzial hat, die Risikovorhersage für Darmkrebs erheblich zu präzisieren", so Brenners Fazit aus der Studie. „Je genauer wir das persönliche Risiko bestimmen können, desto besser können wir die Vorsorge anpassen. Für Menschen mit hohen Risiken wäre es beispielsweise sinnvoll, mit der Darmkrebs-Vorsorge deutlich vor dem 50. Lebensjahr zu beginnen."

Fakten zum Darmkrebs

In Deutschland erkrankten 2014 rund 28.000 Frauen und 33.100 Männer erstmals an Dickdarmkrebs. Im Jahr 2018 werden laut Schätzung der deutschen epidemiologischen Krebsregister und des Zentrums für Krebsregisterdaten im Robert-Koch-Institut 33.000 Männer und 26.000 Frauen an einem kolorektalen Karzinom erkranken. Damit ist Darmkrebs derzeit bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Tumorerkrankung hierzulande. Deutschland liegt bei den Neuerkrankungsraten im internationalen Vergleich mit an der Spitze – obwohl die Anzahl der Erkrankungs- und Sterbefälle in den vergangenen Jahren leicht rückläufig ist.


Dr. Friedhelm Mühleib



Quelle: Pressemitteilung Deutsches Krebsforschungszentrum

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